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eigentlich wollte ich ja vor wochen schon wieder etwas schreiben. über die die ungarische revolution 1956, den film "V for Vendetta" und die österreichische immigrationspolitik. das hätte auch zu tun gehabt mit dem baum der umfällt und überraschenderweise doch ein geräusch macht ... aber nach einigem überlegen war ich dann zu dem schluss gekommen, dass nach dem guten alten gauss mit seiner kurve zu schliessen letztendlich doch die mehrheit zu blöde gewesen wäre, zu verstehen worum es mir geht. das ist der eine (haupt-) grund für das fehlen dieses artikels. der andere war, dass ich es schlicht nicht fertig brachte meine gefühle über freiheit, revolution und die österreichische flüchtlingspolitik auch nur annähernd zu tft zu bringen.
nun, deswegen heute ein kleineres päckchen. nur ein Teil (ein winziger) derselben thematik, aber hoffentlich besser zu verdauen. menschenwürde. mal kurz zurücklehnen, nachdenken, - keine angst, ich geh nicht weg - ... was ist menschenwürde? ich war unlängst einer sehr irritierenden diskussion über unter anderem dieses wort und die dahinterstehenden werte zeuge, und hab das zum anlass genommen, ein wenig nachzudenken. (nicht zuviel natürlich, sonst hätt ich wieder einen artikel nicht schreiben können ...) gibt es überhaupt die menschenwürde? wenn ja, was ist sie? oder wenn nein ... ... mhm ja doch, das nehmen wir. und fragen wir anders, das hilft vielleicht: wenn einer über die menschenwürde spricht, die eines sechsjährigen, geistig schwerst behinderten kindes, dass sich nicht selber umdrehen, geschweigedenn einen gedanken über sein selbst und seine würde bilden kann (und die eltern deswegen entscheiden, es in seiner körperlichen entwicklung medizinisch einschränken zu lassen) - worüber spricht er? die würde von wem genau? was heisst es, wenn der behandelnde arzt sagt, das kind könne soetwas wie würde sowieso nicht empfinden? und wovon redet einer, der sich gegen folter ausspricht? und wie hält es der, der sagt "das mache ich exkurs: intrisische eigenschaften beschreiben das innere, von innen kommende. extrinsische den einfluss von aussen, das ausserhalb liegende. ein apfel wird intrinsisch mostig, aber extrinsisch wurmig. man könnte also sagen, der oberbegriff menschenwürde ist bipolar. im wesentlichen stellte es sich dann so dar: der extrinsische Teil der menschenwürde ist das, was ein mensch dem anderen zuspricht, um sicherzugehen dass der andere auch dazu angehalten ist, es ihm zuzusprechen: das kant'sche mirnichdirnich-prinzip. wenn wir das alle befolgen, geht es uns allen gut. wenn einer diese regeln bricht, muss er bestraft/verfolgt/weggekerkert werden, weil sonst funktioniert das nicht mehr. exkurs: kant hat mal gesagt "was du nicht willst, das man dir tu, das füg auch keinem and'ren zu." nett von ihm das so zu formulieren, so merkt man sichs wirklich gut. die mathematiker haben dann später versucht, das selbe thema nochmal neu zu vertonen, und herausgekommen ist die spieltheorie, die sich weitgehend damit beschäftigt inwiefern parteien sich in systemen gegenseitig niedermachen können und dennoch überleben - und dass sie das mit dem niedermachen doch besser gelassen hätten. der intrinsische, von innen erlebte Part wäre aber jener, den wir uns selber einbilden. der teil in uns, der uns sagt: "du bist gut." diesen teil nimmt man oft erst wahr, wenn er beschädigt ist: etwa wenn man zuviel lügt und man sich dem lügen nicht mehr entziehen kann, oder sich anders ins unreine mit sich selbst bringt, gedemütigt wird (und das einem nahe geht) oder eben etwas tut dass einem sonst nicht entspricht. wo finden wir das denn noch? - genau, in der bibel. Du sollst nicht lügen, stehlen, deines nächsten weib begehren: kurz, tu einfach nichts was Dich selber mieser macht als Du eh schon bist. was ist das fegefeuer anderes als von sich selbst, seinem wesen durch unredliche aktionen der vergangenheit entfernt zu sein? ein zyniker könnte nun sagen: "gut, der extrinsische begriff der menschenwürde ist der der humanisten, der intrinsische der der pfaffen". aber ich bin kein zyniker (zwinker) - denn: nahezu jeder umstand der einem von sich selbst innerlich entfernt hat zu tun mit der interaktion mit anderen menschen. wenn wer lügt, wird wer angelogen - und das ist wohl unter dessen würde. wenn wer stiehlt, wird wer bestohlen: was wiederrum die würde des anderen untergräbt. foltert wer ... nun, das ist doch wohl klar, ist es nicht? (aber wenn sich wer verkauft - gell herr doktor gusenbauer - dann besteht auch die möglichkeit dass man einfach nur eine schlampe ist.) frage: bist Du schonmal beklaut worden? es ist doch irgendwie ein seltsames gefühl, dass ein wildfremder mensch mit den eigenen, teils hochpersönlichen habseligkeiten herumrennt. das gefühl der würde kann aber auch zerbrechen, an die unkenntlichkeit verstümmelt werden - eben auch durch den einfluss von anderen menschen oder widrigen umweltsituationen (wie im dreck leben zu müssen). und da bricht auch der kreislauf mit dem äusseren: einen sandler, der (wodurch auch immer) den glauben an sich selbst verloren hat zu ignorieren, wird leichter fallen, als einen freundlichen portier zu ignorieren. eine gehässige alte frau aus döbling die über asylanten ätzt und sich über die 0.3% kürzung ihrer 3000 eur rente beklagt, wird eher mal wegen Ihrem pelz angepöbelt als eine, die an der armut der auf der strasse lebenden menschen anteil nimmt und einem sandler freundlich zunickt. letzteres manchmal vielleicht mehr wert als ein paar cent an den armen lump. selber keine würde (manche sagen dann "anstand" dazu) zu haben, lässt es leichter fallen, sie einem anderen zu nehmen - oder es zumindest zu versuchen. eine behauptung, ja, allein die us amerikaner untermauern diese wenigstens wöchentlich in den nachrichten über die diversen "legalen" verhörmethoden. der mensch ist nicht in der spieltheorie gefangen - das mirnicht-dirnicht zieht nicht so reibungslos wie uns das soziologen manchmal glauben machen wollen. der mensch hat die möglichkeit auszubrechen, an sich selbst wachsen zu können. und das wiederrum ist wohl wenigstens ein teil der bedeutung des wortes "selbstbestimmung". und vielmehr als das: der mensch hat die innere notwendigkeit, im äusseren umstände für andere menschen zu wahren die er für sich selbst braucht. aber wenn Ihr mal hört, dass ein d-wagen von nussdorf zum südbahnhof in die luft geflogen ist - dann könnt Ihr ruhig vermuten, dass mir da eine "dame" im nerz aus döbling zuviel drin sass... und ich versucht hab, für sie ein wenig würde zu bewahren. |
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kandidiert fuer den nationalrat. als eu-parlamentsabgeordneter, wohlgemerkt. aber ich mein ... der typ ist doch ... ich weiss nicht ... der ... nah. wirklich net.
oder? unter uns: ich hab ihn ja gewählt. vor ein paar jahren, zum eu parlament. und ich kann (oder will) mich nicht mal drauf ausreden dass ich die liebe frau resetarits (die ich immer noch sehr sehr schätze) gewählt hab. sie hat zwar ehrenpatenschaft fürn herrn martin gestanden, aber so ganz wars das nicht. nein, unter uns gesagt, damals sind mir die grünen einfach mächtig auf den zeiger gegangen. weil: nichtmal die grünen habens geschafft, einen wahlkampf mit themen zu machen. soviel wär zu tun und zu besprechen gewesen, von softwarepatenten zu neuen eu mitgliedsstaaten. aber nein, sie machen einen anti-personen-wahlkampf. geh pfui. nungut, der herr martin (im weiteren genannt "hpm", "hah peh emm" oder klassisch einfach "hansi") hat, aus heutigem blickpunkt betrachtet, schonmal irgendwie ... nun, sagen wir einfach, er hat schonmal versagt. und wieder schlägt er sich mit geschwollener brust in die presche. und das witzige ist, man kann erm ja viel vorwerfen: von verschlagenheit bis mediengeilheit, alles ist da. aber: er hat auch was geleistet. nein, ernsthaft. er hat ein buch geschrieben. das liegt hier. hinter mir. stehts. im buecherregal. ganz oben. aber mal weg von dem buch das er geschrieben hat, und hin zur demokratie. jaja, dieses ding weswegen wir alle stillhalten; genau das. I: demokratie, sie ist, so zumindest meine auffassung, ein waches relikt aus der hippoiden anarchie (lies: basisdemokratie), die kurz zusammengefasst ungefaehr so funktioniert: solang sich jeder der es für notwendig hält, auf kosten der zeit anderer ein wenig wichtig machen darf, sind alle zufrieden. der rest wählt dann die fp... BierZelt ... äh, das dritte lager halt. und das ist dann auch egal. II: demokratie, des volkes kraft, und die republik, quasi "in sachen öffentlichkeit" sind übrigens enge verwandte. das eine bedingt das andere, im sinn wie im wort. und ja, darüber muss man ein bisserl meditieren um das zu verstehen, aber das geht schon. und wie hängt jetzt hah-peh-emm damit zusammen? da muss ich nochmal ausholen. erinnert sich jeder der geneigten leser an heide? die frau mit dem elaborierten rhetorikscharm? genau die. und erinnert sich jeder an den herrn dichand? aj waj, viel zu viele... frau schmidt war öfter mal die, der man gerne zuhörte - und selbiges auch tat. und dichand war fast immer der, dem die zuhörten, denen man kaum zuhört. kurioserweise hat herr dichand frau schmidt überlebt - ob politisch oder wirtschaftlich ist nicht wirklich relevant (auch dieser zusammenhang erschliesst sich dem geneigten leser bei angemessener meditativer reflektion) aber was haben beide gemeinsam? (festhalten!) beide wissen - im unterschied zum durchschnittsosterei* - was demokratie ist. das liberale forum, wie auch hans peter martin (der von der krone aka dichand unterstützt wird), sind zeichen einer gut funktionierenden demokratie. und ich mein jetzt nicht unbedingt neoliberale oder marktschreier die als "dritte kraft" verstanden werden (wollen). nein, ich meine die moeglichkeit, mehr als drei parteien zu wählen. hey, das ist was tolles! und, wenn dabei buberlpartien wie die fpö unterm strache hansi rausfliegen, ausn parlament, wollen wir das als positiven nebeneffekt gebührend vermerken. oder anders gesagt: wenn das durchschnittliche osterei* nicht zur wahl geht, weil es meint, es wär so verdrossen von der politik, dann gibt es - rein theoretisch - ein votum gegen die wahlmöglichkeit an und für sich ab. ob man es glauben mag oder nicht: nur ungültig (!!!) zu wählen ist ein zeichen von politikverdrossenheit. nicht zu wählen heisst schlicht und einfach nur
ich denke, jeder weiss was ich meine. (sonst einfach die letzten zwei absätze mehrmals lesen) nun, an diesem punkt angelangt - die möglichkeit zur wahl, ob entschieden durch frau schmidt mit der kandidatur zum nationalrat, oder hansi dichand zur kandidatur von hah-peh-emm (für frieden, gerechtigkeit und linksträgerhosen) ist wichtig, mehr als die wahl an sich. ebenso wichtig wie überhaupt wählen zu gehen. in diesem sinne: seid froh dass die zwei hansis sich gefunden haben. aber wählt sie nicht unbedingt gleich... (das tun eh die, die erst in die kirche gehen, wenn es wer in den wind geschleimt hat) oder anders: demokratie ist, wenn wir alle froh sind dass hansi eine liste zur nationalratswahl aufstellt, und wir ihn geschlossen nicht wählen. * Osterrei(cher) - alles klar? |
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zu kommentieren, ist seit jahrtausenden die verlässlichste und dankbarste einkommensquelle des sommerloch- und sauregurkenkolumnisten.
exkurs: der begriff der sauren gurke taucht zum ersten mal im 18. jahrhundert auf, in berlin natürlich. nicht aber leider so, dass die herkunft ersichtlich wäre. eine einfache erklärung wäre zwar direkt die saure gurke, die anscheinend wirklich im spätsommer ihre zeit feiert - aber das ist wohl mehr zufall, warum sollte man denn da drüber schreiben? nein, viel eher es kommt dieser geschäftliche begriff aus dem jiddischen, womäglich mit hilfe aus dem rotwelsch, so wie viele andere deitsche sprichwörter. ursprünglich hiess es also vermutlich zores und jokres zait, begriffe aus dem hebräischen, bedeutend: "Die Zeit der Not und der Teuerung". im englischen, wesentlich angepasster an das volksetymologische denken, die silly season, also einfach die zeit wo sich bald wer blödsinn ausdenkt weil man sonst nichts zu schreiben weiss. und weils so heiss ist. in den hundstagen. nun, vom jiddischen sprichwort zurück zum nahen osten. ja, den hab ich nicht vergessen, schliesslich will ich auch eine meinung zu der situation im nahen osten haben. aber welche? eine zeitlang war ich versucht mich auf "wer gewalt ausübt, hat nie recht" zu reduzieren. eine genauso grossartige wie grundbanale aussage - die ich aber eher einmal meinen kindern mitgeben werde solang sie klein sind - und auch diesen zirkelschluss von "wer hat angefangen" nicht antastet. weils eben sinnlos ist darüber auch nur zu nachzudenken. trotzdem, dieser spruch hat keinen geschmack von innerer wahrheit im bezug auf den nahen osten. und so grüble ich wieder vermehrt was denn da meine meinung sein könnte, und seitdem israel und der libanon sich wieder gegenseitig eins auf die mütze haun, ist diese, meine innere unwissenheit unerträglich. bis gestern. gestern habe ich meine meinung dazu gelesen. und zwar in einem buch von 1990. richtig, wenn etwas seit jahrtausenden aktuell ist, ist ein 16 jahre altes buch darüber fast soetwas wie der cnn newsticker. in eben diesem buch ("salomes siebter schleier" von tom robbins) machen ein araber und ein jude zusammen ein restaurant in new york auf, direkt gegenüber der vereinten nationen. und die zwei sind (beide!) so richtig verliebt in jerusalem. exkurs: jeru-schalajim, das heisst "stadt des friedens" - mit nicht weniger als mehreren dutzend kriegen (nicht schlachten!) in ihrer geschichte, das erwähn' ich nur um die besondere ironie von dem ganzen ein wenig fester in den boden zu stossen. so sehr, dass sie ständig kommentieren wie grossartig es dort nicht ist und wie unnötig doch der zwist. und die zwei haben auch eine recht einleuchtende erklärung dafür, warum es seit jahrtausenden so zugeht... "ich glaube, dass es sind die steine", sagte spike. "sind einfach zu viele steine im nahen osten! wenn man hat so viele steine, ist nicht schwer einen aufzuheben und ihn seinem nachbarn an den kopf zu werfen." alles nur ein problem der geologie. |
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ja, der kahlenberg rief heute besonders laut. und wir, meine gute freundin sandra und ich, sind diesem ruf gefolgt. exkurs: der kahlenberg, der eigentlich mal sauberg hiess bis der jetzige leopoldsberg und damalige kahlenberg umbenannt wurde, liegt im 19. wiener gemeindebezirk döbling und ist ein ausläufer der ostalpen. er ist 484 meter hoch und will nicht verwechselt werden mit dem reisenberg, oder auch cobenzl, der gleich nebstan auf seinen groesseren moment wartet. so, und jetzt weisst du wieder etwas was du eigentlich nicht wissen musstest, aber so ist
das nunmal wenn man blogs liest, man erfährt lauter schas der einem das hirn zumüllt. das wetter war unglaublich, weder zu kalt noch zu heiss, weder windig noch stickig. da hat heute wirklich alles auf uns gewartet: das blühende gras, der plätschernde bach, der gute duft in der luft vom flieder, ja sogar der weinbauer mit dem auftragen der pestizide. nein, wirklich: wer es noch nicht gemacht hat, es ist ein wunderschönes frühlingsritual. einfach mit dem d wagen bis endstation nussdorf fahren, und ein paar meter weiter führt ein kleiner weg - bezeichnenderweise kahlenbergweg genannt - hinauf auf den kahlenberg. oben hat es lecker bier und essen, und wenn man sonntag morgen raufläuft, gibts sogar frühstück.hobby und amateurphotographen sollten dabei die kamera nicht vergessen, von verrottenden baumstämmen bis zig meter langen rosenbuschbaldachinen mit rostigen geländer und efeu auf klapprigen holzzäunen gibt es einiges zu knipsen. wer nicht mehr runterlaufen möchte, für den führt der 38A zurück ins tal, erfreulicherweise vorbei am krapfenwaldlbad, das bestimmt schönste öffentliche bad in wien. vom becken aus hat man dort einerseits einen blick über die ganze stadt, andererseits - ungewöhnlich für ein öffentliches bad - auf lauter schöne menschen ... jedenfalls, es lohnt von vorne bis hinten, ein wirklich selten schönes vergnügen, und dazu noch gratis! nur schade dass meistens die wiener diejenigen sind, die die wirklich schönen dinge in der eigenen stadt scheuen. aber vielleicht ist das auch gut so? schade dann nur, dass die schipisten im rest österreichs nicht in den genuss dieser ignoranz kommen ... |
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wenn leute in gut missionarischer absicht vor einem stehen und ihre blicke "bereue!" schreien, und die stimmen auf einen wirken wie die hämmer mehrerer zimmermänner die versuchen, gleichzeitig einen nagel einzuschlagen.
aber von vorne. ich bin einer von den wenigen begabten menschen (ja, ich darf das von mir behaupten) die es schaffen, innerhalb allerkürzester zeit das denkbar falsche zu sagen und die konzentrierte antipathie der umgebung auf sich zu ziehen. aber nicht nur das - damit allein käme ich ja zurecht - nein, auch wenn ich harmlose anmerkungen mache, die eigentlich mehr thema als rhema sein sollten, auch dann gelingt es mir, diese ganz besondere aura des reaktionären soziopathen zu versprühen. eine schwingung, auf die sofort alle gutmenschen die in angemessener reichweite sind reagieren indem sie versuchen, mich bei lebendigem geist zu exorzieren. dieser event horizon kann im kaffeehaus bis zu zwei tische weiter sein. letzten mittwoch war das aber nicht nötig. dieser abend, an dem drei parties gleichzeitig waren, zog es mich natürlich auf die, wo nur drei leute ausser mir kamen, namentlich die "party" der studienrichtungsvertretung sprachwissenschaften. und wie es sein muss, hab ich auch innerhalb der ersten dreissig minuten der anwesenheit zweier kommilitonen die passende sentenz gefunden, die nötig war um die stimmung ausreichend und anhaltend gegen mich zu fixieren. und zwar war ich der ansicht, dass man am ehesten der sprachwissenschaft die soziolinguistik amputieren (sic!) könnte ohne dass man die studienrichtung an sich versiecht. nun, dazu wäre folgendes zu erwähnen: exkurs: die sprachwissenschaft ist eine interdisziplinaere angelegenheit, und zwar dergestalt, dass, sobald man anfängt zu überlegen ob das was man da gerade betreibt eher mathematik, psychologie, biologie, neurologie, philosophie, wissenschaftstheorie, informatik, soziologie oder sonstiger okkultismus ist, man plötzlich vor einer hundertschaft an sub-studienrichtungen steht, die irgendwie alle miteinander irgendetwas bis rein garnichts zu tun haben. die antwort gegenüber dem aussenstehenden auf die frage, was man denn nun eigentlich mache, fällt also denkbar mühsam aus. nun, und in meinem heissen bemühen hier für mich klarheit zu schaffen, hab ich mich dazu verstiegen, zu überlegen was denn übrig bleibte wenn man nach oben und nach unten die berührungspunkte zu anderen studienrichtungen wegnähme. gut, es war nicht die beste idee die ich hatte. aber: ich meinte es nicht so, dass deswegen das was für mich "die sprachwissenschaft" ist mehr wert wäre als das was ich amputierte (daher auch diese wortwahl), es ging mir lediglich um eine art terminologische reinheit die ich herauszudestillieren suchte. na, mehr hab ich nicht gebraucht. und wie es so ist mit sozialer identität, gruppenverhalten und so weiter: ich hatte zwar diese haltung nicht dass grammatiktheorie mehr wert wäre als soziolinguistik; jedoch habe ich sie, nach den heftigen angriffen gegen diese, mir unterstellte haltung, plötzlich sehr dankbar vertreten. warum auch nicht? ist der ruf erst ruiniert, faselt sich's gänzlich ungeniert. viel lustiger war aber noch das erlebnis im kaffeehaus des instituts, vor mehr als einem jahr. da hat mich kurzzeitig der teufel geritten, frauen wie männern ein biologisch "determiniertes" rollenverhalten zu unterstellen. jössasnah. man stelle sich das nur einmal vor... hab ich im übrigen schon erwähnt, dass ich gegen die "freie" abtreibung bin? und für die institution familie? ob ich wohl bei den nächsten wahlen die gewissensprüfung fürs grünwählen schaffe? |
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und fahr vom schottenring richtung rossau, da wo ma sonst beim flex runtergeht, ehschowissen. da kommt ein rettungswagen auf der laende daher, mit tatütata, und ein gas-wasser-scheisse firmenwagen - der grün gehabt hätte, im gegensatz zur rettung - hält so ruckartig an dass die bremsen bis zu mir stinken.
fantastisch. genau in solchen momenten hab ich noch hoffnung für die menschheit. |
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am franzbahnhof. der ist wirklich eine wucht. vor allem um halb neun uhr abends (bis neun hat er offen) wenn sich die letzten noch die aktionsottakringer checken.
oder goesser. *schuettel* und dann steh ich an der kassa. also, weit dahinter, in der riesen schlange halt. und als waers eh net miefig genug, und grauslich, und viel leut, und laut, steht ER hinter mir. blad, grauslich, rote nasn und eine FAHNE. BÄH. und was hat er zu tun? natürlich, der eine antrangelte ungustl stänkert den anderen antrangelten ungustl an, der sich "vorgedrängt" hat. was sonst? "heast oida, wos sui des, i hoff du dastesst di. vaschluck di net an deim packerlwein, i winsch da!" etc pp, das ging die ganze zeit so weiter. der andere, angestänkerte antrangelte ungustl is allerdings ein bisserl fertiger als ersterer, fortgeschrittenster alkoholismus, zittern und so. der hinter mir ist einfach nur voll und uebel im charakter. und dann faengt es an: ein typ in einer anderen schlange gibt "meinem" ungustl recht. und sie fangen zu zweit an den vorne zu beschimpfen, und versuchen sogar, den armen fertigen mit seinen vier tetrapaks bei der kassiererin anzuschwärzen. dann kommen noch so dünne "punks" dazu (ich weiss nicht welcher typ mensch das wirklich war) mit je einer bierdose, den nazis aus "blow" verblüffend ähnlich. und dann war es plötzlich alles sehr kafkaesk. die zwei angesoffenen rotnasigen ungustln und die punks gratulieren sich gegenseitig zu ihrer existenz und ihrer position hier in der schlange beim billa. und der hinter mir und der andere der sich zuerst einmischte - sie erklären sich gegenseitig was sie nicht für einen guten wein/metaxa geschmack haben. ich mein... na echt. bis auf ein gelegentliches "muss das sein" bei der schreierei von hinter mir hab ich mich dazu nicht wirklich eingemischt. aber gezeigt hat mir das etwas: egal wie sehr man unten ist, man hat immer gesellschaft die einen dort auf der basis von anderen denen es ein wenig beschissener geht sozialisiert. wahnsinn. aber wie oft verhalte ich mich so? wie oft finde ich mich in so einer "derben" situation, erkenne sie nicht und entspreche ihr damit? hilfe. |
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